This Grand Life

This Grand Life ist eine Zeit-Management Simulation, in der man einen selbsterstellten Charakter durch das Leben begleitet und versucht seine  Lebensziele zu erreichen. Die Vergangenheit deines Charakters kannst du zwar nicht ändern, dafür kannst du aber deine Zukunft selbst in die Hand nehmen. Welche Entscheidungen wirst du treffen?

Zum Start des Spiels wird ein Charakter erstellt: Zuerst wird der Startort sowie der Geburtsort gewählt – Berlin als Startort gibt 15% mehr Lohn auf Ingenieurberufe, 20% erhöhte Reisegeschwindigkeit und 25% geringe Preise für Autos und Roller. Ebenfalls gibt es abhängig vom Startort (aktuell besitzt das Spiel 4 verschiedene zur Auswahl) unterschiedliche Locations (Restaurants, Einkaufszentren, etc.). Der Geburtsort (z.B: in einem öffentlichen Krankenhaus) gibt Fähigkeitspunkte – oder hier auch Privilegspunkte genannt, welche im nächsten Schritt für diverse Eigenschaften oder sogar (Aus-)Bildung des Charakters ausgegeben werden kann. Eine sehr interessante Mechanik hierbei ist, dass negative Eigenschaften gewählt werden können, die einem ebenfalls Privilegspunkte geben (z.B: Alkoholiker). Zwar wird der Alltag des Charakters dadurch erschwert, da er regelmäßig Alkohol konsumieren muss, im Gegenzug dafür kann man jedoch beispielsweise mit einem Diplom für Security-Management starten. Und der Alkoholismus lässt sich durch regelmäßiges Besuchen eines entsprechenden Kurses auch in den Griff bekommen. Am Ende wird noch das eigene Lebensziel gewählt.

Das Gameplay erinnerte mich sehr an Sims. Hierbei besitzt der eigene Charakter Balken für die folgenden Bedürfnisse: Glücklichkeit, Hunger, Spaß, Hygiene und Gesundheit. Als Ingame-Zeitkontingent hat man immer eine Woche Zeit, um seinen Verpflichtungen nachzukommen und seine Bedürfnisse auf einem akzeptablen Level zu halten. Dies ist auch wichtig, denn wenn beispielsweise der Hunger am Ende einer Woche nicht mehr gefüllt ist, dann leidet die allgemein Glücklichkeit des Charakters darunter und sollte dieser Wert einmal zu niedrig sein, wird man in die Irrenanstalt gesteckt – und damit ist das Spiel verloren.

Ein schlechtes Bedürfnis-Management kann ebenfalls negative Effekte für die folgende Woche mit sich bringen: Ist der Spaß am Ende einer Woche niedrig, kann es dazu kommen, dass der Charakter sich dazu entschließt, etwas vom Ersparten auszugeben, um für Entertainment zu sorgen – oder man verschläft 10 Stunden der Woche und das Time-Management der sowieso schon viel zu knappen Woche wird entsprechend härter. Doch nicht alle Events liegen in der eigenen Hand: Im Spiel gibt es ebenfalls zufällige Ereignisse, die sich nicht verhindern lassen und einem die Woche erschweren oder aber auch erleichtern können.

Wer sein Gameplay so optimieren will, wie das wöchentliche Zeit-Management, der kann sich für die unterschliedlichen Locations der Stadt Hotkeys setzen. Somit optimiert man seinen Alltags-Flow und mit der Reihenfolge 2-3-1 gelangt man beispielsweise schnell zur Arbeit (2), ins Restaraunt (3) und dann abends wieder nach Hause (1). Hierbei sollte man auch immer die Reisezeiten zu den einzelnen Locations beachten. Diese summieren sich schnell und sehr wahrscheinlich gibt es hier ebenfalls eine Menge Zeit zu sparen. Wenn man genug Eigenkapital besitzt, kann ich nur zum Kauf eines Motorrads oder teureren Fahrzeugs raten, da sich hierdurch ebenfalls die Reisezeit reduzieren lässt – jedoch entstehen hier wieder Kosten durch Benzin etc.

Vorallem der Anfang ist schwer, denn hier hat man meist noch keinen sehr gut bezahlten Job und ist noch weit davon entfernt, die selbst gesetzten Lebensziele zu erreichen. Aufmerksamkeit und eine aktive Jobsuche zahlt sich jedoch aus: Es gibt durchaus auch gut bezahlte Jobs, die keine besondere Bildung erfordern, doch meist gibt es hier keine interessanten Aufstiegschancen. Außerdem kann man von der schwankenden Wirtschaft und der wachsenden Inflation profitieren, in dem man sich auf den eigenen Job erneut bewirbt und somit sein Gehalt erhöht. Doch die wachsende Inflation kann den Wert des eigenen Geldes auch schnell schrumpfen lassen. Hier empfehlen sich Investitionen in die eigene Person, wie zum Beispiel durch (Weiter-)Bildung, der Kauf einer Wohnung / eines Hauses, das Sammeln von Briefmarken oder Videospielen oder der Einstieg in den Aktienmarkt.

Besonders herausfordernd gestaltet sich die Phase, in der man ein Studium anfängt. Wenn man hier nebenbei noch arbeitet, ist die Woche schneller rum, als man This Grand Life sagen kann! Ich selbst habe mich dafür entschieden, keinen Kredit für mein Studium aufzunehmen und habe direkt die ganze Summe im Voraus gezahlt – dafür gab es einen ordentlichen Rabatt auf die Gesamtsumme. Da man während des Studiums jedoch auch von etwas leben muss und die Bedürfnisse erfüllt werden wollen, empfiehlt es sich zumindest 20 Stunden pro Woche zu arbeiten, auch wenn dabei der Stundenlohn sinkt. Ebenfalls empfand ich die Phase des Studiums (speziell direkt nach meinem Diplom) als recht ermüdend. Hier hat sich vieles sehr repetitiv angefühlt und die Abläufe der Wochen waren meistens sehr ähnlich. Ebenfalls kann das Spiel sehr repetitiv werden, wenn man versucht die Tagesabläufe zu optimieren und so effizient wie möglich zu gestalten: Es werden die Locations herausgepickt, die sich am meisten lohnen (z.B: in Hinblick auf die Hunger-Zeit-Kosten-Ratio) und werden nacheinander abgeklappert. Somit wurde mein Alltag speziell zu der Zeit des Studiums oft zu einem sehr eintönigen Rythmus: Beispiel: 1-Essen-Essen, 2-Fitness-Fitness-Duschen, 3-Arbeit-Arbeit, 4-Studium, 5-Videospiele spielen.

Besserung in Sicht: Nach dem Studium wurde das Spiel wesentlich interessanter. Ich konnte mir durch meine viel besser bezahlte Stelle als Ingenieur den Umzug in ein neues Haus im Zentrum der Stadt leisten. Erstens wohne ich dadurch viel näher an meiner Arbeit und spare enorm viel Zeit und zweitens bietet das Haus diverse Services, die meinen Alltag erleichtern: Gegen Geld kann ich beispielsweise einen Privatlehrer engagieren und somit absolviere ich automatisch 20 Stunden meines Studiums pro Woche – die Reisezeit zur Uni entfällt somit. Allgemein entfällt durch genug Einkommen eine Vielzahl lästiger allgemeiner Aufgaben, da ich diverse Services buchen kann, die mich zwar Zeit und Geld kosten, jedoch mich letztenendes meinen Alltag so leben lassen, wie ich ihn gestalten will. Plötzlich konnte ich 60 Stunden die Woche arbeiten, da das Erfüllen der Bedürfnisse weniger zum Problem wurde. Auch eine Weiterbildung zum Klemptner für meine angestrebte Selbstständigkeit konnte ich nun problemlos in meinen Wochenplan integrieren.

Allgemein bietet das Gründen eines eigenen Unternehmens eine Vielzahl interessanter Optionen, die ich jedem This Grand Life – Spieler nur empfehlen kann: Mitarbeiter beschäftigen, durch Werbung zu einem bekannten Unternehmen werden und mit erfolgreich absolvierten Aufträgen zu Großaufträgen gelangen, die gerne auch mal 100.000$ für ein paar Wochen Arbeit abwerfen. Aufträge können und sollten auch mal abgelehnt werden, da man es nicht schaffen wird, alle Aufträge zu bearbeiten und man möchte sein hart erkämpftes Ansehen schließlich nicht durch einen nicht akzeptierten Auftrag verschlechtern. Nachdem man die eigene Firma am Anfang unterstützt hat, schaffen es die Mitarbeiter nach einiger Zeit bereits Aufträge eigenständig zu absolvieren. Hier empfiehlt es sich einen der Mitarbeiter zum Supervisor zu befördern, damit dieser sich um die Einteilung der Mitarbeiter sowie das Nachbestellen von Arbeitsmaterialien kümmert.

Und schließlich habe ich es geschafft: Nach einem schleppenden Anfang in der Security-Branche, über ein Diplom sowie ein Studium im Ingenieurswesen bis hin zum CEO von vier Unternehmen (2x Kleptner, 1x Gärtnerei und 1x Catering) habe ich endlich mein Lebensziel von 1.000.000$ mit einem Life Score in Höhe von 911698 Punkten erreicht. Wenn ihr euren ersten Playthrough durch habt, schreibt gerne mal in den Kommentaren, für welchen Weg ihr euch entschieden habt und welche Punktzahl ihr erreicht habt!

FAZIT

This Grand Life ist eine Zeit-Management Simulation, in der die Bedürfnisse Glücklichkeit, Hunger, Spaß, Hygiene und Gesundheit sowie das eigene Geld gemanaged werden müssen. Um die Bedürfnisse des eigenen Charakters zu erfüllen, hat man jeweils eine Woche Zeit, danach sollten sich die Bedürfnisse in einem akzeptablen Zustand befinden, oder es kann Konsequenzen haben.

Ebenfalls ist es wichtig, genug Geld zu haben, um sich beispielsweise Essen oder die Miete leisten zu können. Die Bedürfnisse werden, ähnlich wie in Sims, anhand von Balken (0-100%) dargestellt. Als Beispiel: Das Essen eines Burgers kostet 60$ sowie 5 Stunden und bringt dafür 1.00 Spaß, -0.50 Gesundheit und 10.00 Hunger.

Das Spiel bietet zwar eine grafische Oberfläche und ist nicht rein textbasiert, jedoch würde ich es eher als ein textbasiertes Spiel bezeichnen. Das Spiel wird nicht jedem gefallen und ich kann nur davor “warnen”, wenn ihr euch für das Spiel interessiert, seid euch darüber im Klaren, dass euch hier kein Sims-Gameplay erwartet. Ihr werdet hauptsächlich Balken (eure Bedürfnisse) über Textfelder managen – ohne Animationen, wie euer Charakter Aufgaben bewältigt.

Ich habe in nun 14 Stunden Spielzeit die Tutorials durchgespielt und einmal den Weg zu den 1.000.000$ gespielt und erreicht und mir hat das Spiel insgesamt gut gefallen und bietet für den Preis genug Content und Replayability. Natürlich sind die benötigten Zeiten und Werte nicht realistisch (z.B: 60$ und 5 Stunden für einen Burger), jedoch muss das Spiel eine Herausforderung darstellen und in meinen Augen ist es auf diese Art auch gebalanced. Abstriche gibt es von mir für die sehr eintönige Phase des Studiums, denn obwohl ich ein Fan von Simulation- / Management-Spielen bin, war dies ein recht langwieriger sowie langweiliger Zeitraum.

Ich freue mich schon auf weitere Updates und werde dann einen weiteren Playthrough starten!

Steam: https://store.steampowered.com/app/695600/This_Grand_Life/

Website: http://pokingwatergames.com/this-grand-life/

Vielen Dank an Poking Water Games für die Bereitstellung des Steam Keys!

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